Sandra Bothe-Wenk

Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

Stichtag Einschulung

Der Artikel der BZ Zeitung zeigt: Die Diskussion um den KG-Einschulungsstichtag ist weder neu noch erledigt.

Ich habe bereits 2023 im Grossen Rat Basel-Stadt eine schriftliche Anfrage dazu eingereicht. Die Antwort des Regierungsrats war damals klar: Er sieht kein Problem, Rückstellungen seien selten, der Stichtag harmonisiert und es bestehe kein Handlungsbedarf!

Die Realität zeichnet aber ein anderes Bild. Für mich ist das Thema weiterhin aktuell, weil der Schuleintritt nicht beim Kindergarten endet, sondern Bildungswege bis in die Sekundarstufe und darüber hinaus prägt, etwa bei der späteren Entscheidung zwischen Lehre und weiterführender Schule!

Dass Eltern ihre Kinder bewusst zurückstellen, ist aus meiner Sicht ein deutliches Signal. Es zeigt, dass die Passung zwischen Kind und System nicht immer gegeben ist. Frühe oder späte Einschulung beeinflusst aber Förderung, Selektion und Bildungschancen langfristig.

Natürlich braucht es einen Stichtag als Orientierung. Aufgrund der Zeichen, wäre aber aus meiner Sicht ein verschobener Stichtag sinnvoll, kombiniert mit echten, kindernahen und pädagogisch begründeten Entscheidungswegen. Wichtig ist, dass der Stichtag nicht faktisch zur starren Grenze wird, sondern niederschwellig und möglichst unbürokratisch Raum lässt für Kinder, die entwicklungsbedingt früher oder später bereit sind , auch beim Übergang in die Primarstufe und darüber hinaus.

Wie seht ihr das? Mich interessieren eure Erfahrungen und Einschätzungen, schickt mir ein Mail.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bildquelle: BZ Symbolbild Sandra Ardizzone

Hitzeschutz an Schulen: Jetzt handeln für den Sommer 2026

Grosser Rat Januarsession 2026: Das Parlament beschliesst das Budgetpostulat „Standortspezifische Lüftungskonzepte an Schulen zwecks Nachtauskühlung ab Sommer 2026“ mit 59 Ja gegen 33 Nein Stimmen und 1 Enthaltung an die Regierung zur Berichtserstattung zu überweisen.

Wer im Sommer ein Schulzimmer betritt, weiss: Hitze ist kein abstraktes Klimathema. Sie steht im Raum, sie bleibt in den Wänden, sie sitzt im Nacken der Kindern und dem Schulpersonal.

Wir sprechen auch nicht über ein theoretisches Zukunftsproblem, sondern über eine Realität, die längst im Schulalltag angekommen ist. Gemäss SECO ist eine Innentemperatur von 26 Grad erlaubt, Unterricht findet aber im Sommer bei Innentemperaturen im Klassenzimmer von weit über 30 Grad statt, oft über mehrere Tage, in Gebäuden, die nachts nicht auskühlen können. Die Folgen sind bekannt, wissenschaftlich belegt und von der Regierung anerkannt. Hitze macht müde, sie senkt die Konzentration, schränkt die kognitive Leistungsfähigkeit ein und beeinträchtigt Wahrnehmung und Lernfähigkeit. Sie belastet die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler ebenso wie jene der Lehr- und Fachpersonen. Unterricht unter solchen Bedingungen ist weder pädagogisch sinnvoll noch gesundheitlich vertretbar. Neu ist diese Problematik nicht, aber sie spitzt sich weiter zu.

Handys in der Schule? Warum der Regelfall smartphonefrei sein sollte

Grosser Rat 17. Dezember 25: Petition für eine smartphonefreie Schulkultur. Das Parlament beschliesst die Petition ohne Gegenstimme an die Regierung zur abschliessenden Behandlung zu überweisen.


Die Petition stellt eine einfache Forderung: Der Kanton soll Verantwortung übernehmen und den Schulen eine klare, verlässliche Orientierung im Umgang mit Smartphones geben. Während der obligatorischen Präsenzzeit soll eine smartphonefreie Schulkultur der Regelfall sein.

Weiterbildung: Wir reden viel davon, aber handeln wir auch?

Grosser Rat 12. November 25: Anzug Sandra Bothe und Konsorten betreffend die gesetzliche Verankerung bezüglich der Förderung der Weiterbildung der Basler Bevölkerung. Das Parlament beschliesst den Vorstoss mit 46 zu 38 Stimmen und 1 Enthaltung abzuschreiben.


Manchmal frage ich mich, ob wir in der Politik zu oft das Gefühl haben, etwas sei erledigt, sobald ein Gesetz existiert. Ein Paragraf hier, ein Artikel dort: „Schön, wir haben es geregelt“. Nur: Ein Gesetz allein bildet niemanden weiter.

Personenbezogene Weiterbildung sollte in einem Kanton wie Basel-Stadt so selbstverständlich sein wie der Griff zur (Kaffee-)Tasse am Morgen. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild, besonders für Menschen mitten im Erwerbsleben. Es sind jene, die Job, Familie, Haushalt und Angehörigenpflege täglich miteinander vereinbaren müssen. Sie funktionieren, aber sie haben weder viel Zeit noch die finanziellen Reserven, um sich „einfach mal“ weiterzubilden. Für viele ist Weiterbildung das Erste, das wegfällt, wenn der Alltag sie einholt.

Wenn Alter zur beruflichen Hürde wird

Es gibt Momente, die bleiben hängen. Bei mir war es ein Artikel über eine Massenentlassung in der Region. Auffallend viele der Betroffenen waren über 50. Und daraufhin ein weiterer Bericht: Eine neue Studie zeigt, dass ältere Arbeitnehmende in der Schweiz «klar benachteiligt» werden. Dazu die Stimmen aus meinem Umfeld, Menschen, die sich zunehmend fragen, ob ihr Alter auf dem Arbeitsmarkt bereits gegen sie arbeitet.

Solche Meldungen liest man anders, wenn man selbst 57 ist. Man liest sie mit dem Kopf und mit dem Bauch.Und ich frage mich:

„Wenn wir alle länger arbeiten sollen, warum erleben so viele, dass sie trotz ihrer langjährigen Erfahrung, guten Qualifikationen und beruflichen Fähigkeiten im Job an den Rand gedrängt werden?“ 

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